Neuseeland – die Nordinsel

Neuseeland – die Nordinsel

Wir starten unsere Neuseeland Tour in Auckland, wo wir mit dem praktischen Shuttle Bus zu unserem Airbnb in Ponsonby gefahren werden. Der Host ist typisch neuseeländisch: er ist super nett uns leiht uns sofort sein Auto um Abendessen einkaufen zu können! Undenkbar in Deutschland!

Das Airbnb ist sehr schön, direkt am Park mit Spielplatz und zwischen 4 Suburbs gelegen. Wir starten mit fancy Ponsonby, wo wir im coolen Central bei Bread und Butter erstmal einen Kaffee trinken und einen netten Argentinier mit gleichaltrigem Baby treffen. Wir streunen durchs Viertel, fahren dann mit dem Bus (legal schwarz 😉 ) in die Stadt und schauen uns downtown Auckland an. Wie in fast jeder Stadt sind die Stadtteile wie Ponsonby viel interessanter als das CBD selbst. Am Hafen nehmen wir einen total überteuertes Mittagessen zu uns, aber mit Blick auf die prächtigen Segelschiffe und Yachten. Wir haben mal wieder Glück mit dem Wetter und ziehen weiter nach Parnell, wo um 17 Uhr schon von Kaffee auf Bier umgestellt wird.

Am nächsten Morgen shoppen wir noch etwas für die kleine Königin bei Nature Baby, ganz süße Sachen! Dann geht’s schon weiter den Camper abholen. Leider verläuft das alles andere als gut, der Backpacker von Kiwi Camper kann uns weder das Auto erklären, noch gibt es jemanden, der sich verantwortlich fühlt für die vielen Sachen, die nicht funktionieren am Camper. Zum Glück haben wir in den USA schon etwas Erfahrung gesammelt und im Nachhinein war das lange Video, dass wir bei Cruise Amerika anschauen mussten, doch recht hilfreich für die Zukunft.

Eher mäßig gestimmt fahren wir Richtung Norden aus der Stadt den ersten Campingplatz in Orewa an. Wir merken, dass man mit auspacken, einrichten, einkaufen, im Camper zurecht finden und so weiter doch einen ganzen Tag braucht. Am nächsten Morgen regnete es, nicht besonders einladend, sodass wir kurzerhand beschließen nach Cable Bay zu Bekannten zu fahren. Obwohl die Bekanntschaft über die Eltern kommt und jahrelang kein Kontakt bestand, werden wir von den Fassnachts so herzlich aufgenommen, als hätten wir uns vor Kurzem erst gesehen. Wir werden bekocht, haben tolle Gespräche und eine super Führung auf der nahegelegenen Kari Kari Peninsula. Wer diese wunderbare Gastfreundschaft selbst erfahren will, kann sich bei carneval einbuchen und die tolle Sicht genießen bei einem leckeren schweizer Frühstück. Wir verweilen noch etwas vor Ort und dürfen das Haus „bewachen“ während Martha und Rolli auf Kurzurlaub sind, bevor die Hochsaison los geht. Wir besuchen noch ihren Sohn Dani und Steffi, die vor kurzem eine Lodge plus Backpackers übernommen haben und seit längerem ein Restaurant besitzen.

Da wir ja nicht so sehr auf die Abzock Geschichten stehen und pro Person keine 100$ zahlen wollen um die Inseln der Bay of Island zu sehen, statten wir nur Pahia einen kurzen Besuch ab und fahren weiter. Viel cooler fanden wir die Glühwürmchen in Waipu, wo wir einfach so auf eigene Faust in eine Höhle klettern konnten und dort tausende, perfekt angeordnete Glühwürmchen und tolle Steinformationen sehen konnten. Praktischerweise ist davor ein kostenloser, legaler Freedom Camping Stellplatz für selbstversorgende Camper, wo noch eine Toilette inkl. Seife und Toilettenpapier dazugehört. Sowas findet man in Europa einfach nicht oder ganz ganz selten. Die kleine Königin hat mal wieder alles prima mitgemacht, von der Höhlenwanderung, wo es teilweise nur einen Meter hoch war und wir kriechen mussten, bis zum wilden campen. Wobei ihr das ja egal ist, ob das Abwasser voll ist und wir noch genügend Frischwasser im Tank haben…

Wir fahren weiter Richtung Süden mit kurzem Abstecher im Auckland eine alte Freundin aus Australien treffen und übernachten auf dem Weg nach Coromandel auf dem Parkplatz der Cheese Factory mit angeschlossenem Café. Super für einen 10er mit tollem Sonnenuntergang und frischem Kaffee am Morgen.

In Coromandel haben wir den hot water Beach besucht, das geht so: Man leihe sich einen Spaten (oder findet einen, den jemand vor Eifer vergessen hat) und geht auf die Suche nach heißen Quellen am Strand. Zuerst ruckelt man mit den Füßen etwas im Sand um zu merken, ob es an der Stelle wärmer ist, wenn ja: buddeln, ansonsten weiter mit den Füßen ruckeln. Philipp ist ziemlich schnell erfolgreich, allerdings ist die Quelle so heiß, dass wir sie mit Meerwasser mischen müssen. Es kommen immer mehr Touristen an und graben ziemlich tiefe Löcher, ohne Erfolg. Anscheinend haben sie sich vorher nicht mit dem lokalen Lifeguard beraten, sehr lustig anzusehen!

Da wir das Freedom Campen für uns entdeckt haben und die App CamperMate neben aller Art Campingplätze auch die Abwasser Stationen, die übrigens im Gegensatz zu den USA kostenlos sind, anzeigt, fahren wir auch abends Freedom Campingplätze an. Manchmal sind sie voll, dann fahren wir weiter, manchmal sind wir ziemlich alleine vor Ort. Wäre es nicht Neuseeland, fänden wir es vielleicht gefährlich, aber hier fühlen wir uns sehr sicher und stellen uns gerne über Nacht alleine an die schönsten Flecken. Einen riesen Vorteil hat das Freedom campen noch für uns: wir sind ja Langschläfer und check out ist immer um 10 Uhr. Das schaffen wir in den seltensten Fällen morgens, wenn wir gemütlich um 9 Uhr aufstehen. Meistens sind unsere Nachbarn schon längst weg, wenn wir erwachen und wir lassen uns morgens gerne viel Zeit zum frühstücken, spielen, Sport machen ,organisieren. Zudem macht die kleine Königin auch sehr gerne ihren Morgenschlaf und wir fahren dann weiter.

Ein Highlight war der Besuch in Hobbiton natürlich. Vor allem mit der kleinen Königin dabei ein absolutes Muss. Natürlich kann sie das alles noch nicht verarbeiten, aber es ist einfach soooo süß und schön durch das Auenland zu laufen. Natürlich ist es mega touristisch, aber es hat sich wirklich gelohnt.

Rotorua hat tierisch nach Schwefel gerochen, weil es komplett im thermischen Gebiet liegt, Te Pui hätte 150$ gekostet und daher haben wir das gelassen und uns bis auf den Geysir alles andere im öffentlichen Park angeschaut. Die government gardens waren richtig schön, wenn man sich an den Geruch gewöhnt…

In Taupo haben wir nur unser Abendessen direkt am See zu uns genommen und in Tauranga endlich eine Kamera gekauft zum Mega Black Friday Schnäppchen, das im Internet ausgeschrieben war und sogar den Verkäufer verblüfft hat. Napier sieht toll aus, weil es um 1930 nach einem Erdbeben komplett neu im Art Deco Stil aufgebaut wurde, allerdings ist das eigentlich schöne Meer nicht zu gebrauchen, weil das Erbeben damals den Strand zerstört hat und es im Wasser viel zu gefährlich ist zum schwimmen, schade! Inland Richtung Wellington haben wir die wahrscheinlich netteste Campingplatz Besitzerin getroffen, eine ganz liebenswerte Frau!

Windy Wellington hat uns mit Sonnenschein pur überrascht, eine wirklich coole Mini Hauptstadt. Hier wird der Kaffee zelebriert, genau unser Ding. Wir wissen erst gar nicht, wo wir auf der Cuba Street anfangen sollen und testen einige wirklich sehr gute Cafés. Es gibt zudem viele kleine Läden zum shoppen (ganz groß ist Vintage auf der Cuba Street) zum Beispiel in der Hannah Lane ein Fenster, aus dem Peanut Butter verkauft wird. Natürlich als neue PB&J Fans ein Muss. Wir kaufen nach einem kleinen Tasting die crunchy Peanut Butter, wirklich sehr gut. Nicht zu vergessen ist natürlich auch Philipps Barber Besuch. Eigentlich sollte der kleinen Königin auch das Pony etwas gekürzt werden, aber der super stylische, evtl. Etwas unter Drogen stehende Hipster hat Philipps Haare so kurz geschnitten, dass wir uns doch dagegen entschieden haben. In Wellington haben wir auch den Opa der kleinen Königin eingesammelt, der uns nun für die restlichen Zeit in Neuseeland auf der Südinsel und in Australien begleiten wird.

Mit neuem Teammitglied setzen wir mit der Fähre über von Wellington nach Picton, direkt in die Malborough Sounds…