Kalifornien

Die kleine Königin startet ihre Weltreise in Kalifornien, genauer in Los Angeles. Von Frankfurt geht’s erstmal nach Philadelphia, dann weiter. Ja, ein Nachtflug ist sehr zu empfehlen, hinterher ist man ja immer schlauer…

Wir sind abends angekommenen, mit einem Georgischen Taxifahrer zu unserem Airbnb in West Hollywood gefahren und haben dort erstmal mit zwei Engländern den normalen Touri Austausch gestartet. Woher kommt ihr, wo wart ihr überall und wie viel Zeit hattet ihr, was waren die highlights? So war der Jetlag etwas verzögert und wir hatten schon mal erste Tipps.

Frieda hat den ganzen Flug von Philadelphia nach L.A. geschlafen und war dann erstmal fit. Nach etwas Action mit den Engländern ist sie aber gut eingeschlafen, sodass wir am nächsten Morgen recht ausgeschlafen starten konnten.

Wir waren von Haustür zu Haustür fast 24Stunden unterwegs, wir haben versucht einen günstigen Direktflug zu bekommen ab Frankfurt. Es war im Enddefekt ok, aber man muss einfach die Zeit zum Flughafen, Umsteigezeit und Ankunft einrechnen. Damit war es sehr lange und ok, aber es geht definitiv komfortabler.

Los Angeles

Erstmal stärken mit Egg Benedict im französischen Café, damit wir, typisch deutsch, zum Hollywood Boulevard laufen konnten. Alle Amis schütteln bei der Wegbeschreibung den Kopf und sagen es wäre viel zu weit, 30 minutes walk!!!

Die obligatorischen Fotos mit den Sternen und der Schrift haben wir gemacht, es ist auch echt cool da, aber ein bisschen wie die Reeperbahn: aus der Ferne toll, bei näherer Betrachtung joa. Trotzdem mal gut, dass wir dort waren.

Nun kommt Frieda dran: Spielplatz Suche in Los Angeles. Wir finden einen schönen Richtung Airbnb und verbringen dort etwas Zeit. Der erste Tag ging so schnell vorbeigeht wie die nächsten zwei Wochen.

Bei der Planung wollten wir so schnell wie möglich aus der Stadt raus und jetzt wird klar, dass L.A. sooo riesig ist, dass es nicht mal eben so anzuschauen ist. Die Wege sind lang, die Öffis unbrauchbar und ohne Uber oder Lyft geht eigentlich nichts.

Wir sind bisher wirklich froh um den Doona, als Ersatz für den Kinderwagen und immer möglich ins Taxi zu steigenAm nächsten Tag holen wir unseren RV (Camper, hier heißt es RV) nachdem wir ein super Frühstück hatten bei Urth Café, was anscheinend total hip ist und wir nur zufällig dort, so kommt das manchmal.

Den Camper endlich abgeholt, müssen wir uns erstmal an die Größe des Gefährts gewöhnen. Die Highways sind zwar sehr breit, aber da man hier auf allen Spuren überholen darf und es trotz Maximalgeschwindigkeit von 65mph nicht allzu schnell zugeht, ist es wirklich ein anderes Fahren als mit Auto. In unserem RV ist es zudem mega laut, es klappert überall.

Wir steuern einen RV Park an, der bei Google Maps gut aussieht. Er ist super gelegen, direkt am Strand, aber auch direkt am Flughafen… wir sind froh, dass Philipp mit Babybonus überhaupt einen Platz bekommen hat, denn es ist nichts frei in der Umgebung. Am Wochenende müsste man sowieso immer vorbuchen… also bleiben wir dort, sogar zwei Nächte. Die Sonnenuntergänge am Strand sind phänomenal, der Lärm nachts von den Starts und Landungen auch.

Wir besuchen am nächsten Tag einen super bio öko Farmersmarket, voll im Ottensen Style. Dann laufen wir Richtung Venice, zunächst durch die Venice Canals. Dort ist es sehr idyllisch, ganz ruhig und grün. Etwas weiter am Strand, am Venice Beach Broadwalk, ist es wieder laut und busy, wie es in L.A. auch war. Wir bestaunen die Bodybuilder in muscle beach, die ganzen Shops, vielen verrückten und auch fertigen Leute auf der Strasse und schauen Skateboardern zu. Im Dune Venice essen wir zu Mittag, super lecker! Gestärkt laufen  wir weiter nach Santa Monica, wo wir ebenso die Leute am Strand bestaunen. Es gibt riesige Slack Lines, Ringe, an denen jemand trainiert, Acroyoga und so weiter. Auf den Pier mit dem Freizeitpark verzichten wir, den Untergrund können wir dem Buggy auf Rollen nicht zumuten. Wir gehen in die Stadt und besorgen uns eine SIM Karte bei T-Mobile, easy und praktisch! somit brauchen wir auch kein Navi und sind fast immer online.

Joshua Tree Nationalpark

Wir verlassen Los Angeles am nächsten Morgen, das dauert ca. 2 Stunden, obwohl wir schon am Rand waren, und machen einen nächsten Stopp in Palm Springs. Dort gibt es eigentlich nicht so viel zu sehen. Wir steuern ein Café an, wo wir von einer übermotivierten super gelaunten Amerikanerin den Tipp bekommen, in ein öffentliches Schwimmbad zu gehen. Das scheint und bei ca. 37grad genau das Richtige! Frieda hat nicht so viel Lust zu baden und die Musik vom DJ ist auch etwas laut, wir sind mitunter eines der wenigen Hetero Pärchen und bleiben nicht allzu lange. Weiter geht’s zum Joshua Tree Nationalpark, die Info schließt nämlich um 18Uhr. Wir stauben auf den letzten Drücker eine Karte ab und fahren unseren ersten Nationalpark an. Das Licht im Sonnenuntergang ist genial, die Landschaft sieht toll aus. Wir verbringen die erste Nacht ohne Strom und Handyempfang auf dem Campingplatz Jumbo Rocks.

Nachts ist es richtig kalt, aber es ist ganz ruhig und die Sterne sind bestens zu sehen. So haben wir uns das vorgestellt! Mit dem Camper mittendrin. Zum Zeltend wäre es definitiv zu kalt und am nächsten Morgen hat die kleine Königin auch wirklich alle warmen Sachen an, die wir dabei haben! Wie gut, dass wir den Wollpullover eingepackt haben! Frieda und ich wandern etwas herum und suchen vergeblich scull Rock, der wahrscheinlich nur mit viel Phantasie zu erkennende ist und es wird in kürzester Zeit sehr warm, nachdem die Sonne aufgegangen ist.

Wir wollen ins Hidden Valley, wo wir einen einstündigen Walk in spektakulärer Landschaft machen. Die kleine Königin verschläft den gesamten Trail.

Die nächste Nacht verbringen wir auf dem Stellplatz Bell, wo wir abends am Lagerfeuers grillen und nachts die Coyoten jaulen hören. Wirklich cool!

Raus aus dem Nationalpark geht’s nach Pioneer Town, davon haben wir im American Airlines Magazine gelesen. Es sollen viele Künstler dort angesiedelt sein und sah cool aus, denn es war ein Standort zum Filme drehen in der Wüste. Leider war tote Hose dort, es gibt kein Café, Restaurant oder sonstiges, nur eine Pottery war offen und das Set an sich cool zu sehen. Also fahren wir weiter, Ziel ist es, in etwa die Hälfte zum Sequoia Nationalpark zu schaffen.

Wir kommen nachmittags in Barstow an, einem KOA Campingplatz, direkt am Highway, mit der unfreundlichsten Dame an der Rezeption bisher und dem kompletten Gegenteil zum Nationalpark. Aber es gibt einen Pool! Er ist kälter als die Nordsee, leider ein Reinfall. Am Pool spielen aber Deutsche mit zwei kleinen Kindern, die Frieda natürlich toll findet.

Die abendliche Recherche ergibt, dass wir mit unseren 25ft genau 3ft zu lang sind, um die Straße im Sequoia Nationalpark zu befahren, mit der man die Highlights erreichen kann. Wir suchen die anderen Deutschen auf um uns auszutauschen. Sie wussten davon auch nichts und werfen ihre Pläne um und wir genauso. Anstatt weiter im Inland zu fahren, geht’s wieder ein Stück zurück und an der Küste weiter, dem berühmtem Highway No. 1. Wir tauschen noch Nummern aus für alle Fälle und fahren getrennt los.

Highway #1

Wir erreichen abends Carpinteria, was kurz vor Santa Barbara liegt. Dort bekommen wir einen Stellplatz auf dem State Camping Platz, direkt am Meer. Ok, in dritter Reihe… echt schön, wenn nicht die ewig langen Züge hinter dem Stellplatz entlang fahren würden. Sie fahren nicht oft, aber wenn, dann dauert es ca. 10min, bis sie durch sind… aber wir verbringen einen schönen Sonnenuntergang mit anschließendem Abendessen in einem typisch amerikanischen Steak Restaurant: günstig und viel Fleisch. Hier hat die kleine Königin mal wieder so viel mit unseren Tischnachbarn geflirtet, dass sie danach zu uns gekommen sind, um sich die Kleine mal genau anzuschauen. Das passiert uns ganz oft und wir kommen mit den unterschiedlichsten Leuten ins Gespräch.

Am nächsten Morgen geht’s erstmal ins Café Lucky Llama, wo es lecker Açaí Bowls zum Frühstück gibt und Spielsachen für Frieda. Nicht genug damit gibts im Laden nebenan tolle Öko Sachen und einen Lauflernwagen zum Spielen, den sie nicht mehr hergeben will. Plötzlich klingelt mein Handy und die Deutschen aus Barstow sind dran, sie haben uns im Café sitzen sehen und suchen einen Parkplatz. Wir schnacken den halben Tag zusammen, philosophieren über die USA und Deutschland (Sie haben 4 Jahre in San Francisco gelebt und sind gerade auf dem Rückweg), die Kinder spielen zusammen, bis Frieda auf dem Arm total erschöpft einschläft. Das war eine schöne Abwechslung. Übrigens konnten wir noch den Tipp abstauben, RV Stellplätze mit der App ParkAdvisor zu suchen, ein guter Insider Tipp.

Santa Barbara

…soll schön sein, deswegen steuern wir den Campingplatz direkt in der Stadt an. Leider liegt der wiederum direkt am Highway…was ist nur los mit den Amerikanern? dieses Mal ist die Frau an der Rezeption aber so nett, dass wir vielleicht länger bleiben. Erstmal laufen wir Richtung Beach in die Stadt, das war sehr weit. Zum Glück kann Frieda so gut in der Trage schlafen, ansonst wäre das nicht so toll gewesen. Sie wird wach und wir haben Hunger, also probieren wir Goa Tacco auf der State Street, Haupteinkaufsstraße aus. Taccos mit indischen Spezialitäten, irgendwie komsich, aber richtig gut (und recht teuer). Die kleine Königin hält den Laden wieder auf Trapp, wir lernen wieder zwei Amerikaner kennen und müssen der Bedienung verklickern, dass Frieda nicht unsere Sprache spricht aktuell, sondern ihre eigene und zwar sehr laut. Zurück gehts mit dem Bus, der Stellplatz ist diesbezüglich wirklich gut gelegen.

Die Nacht war wie erwartet ziemlich laut, sodass wir doch abreisen. Wir wollen Duschen und kurz nach Deutschland telefonieren, dann in eines der Cafés zum Frühstück. Doch Frieda hat ihre eigenen Pläne und schläft einfach ein. Ein Credo ist, dass wir sie dann schlafen lassen, damit sie sich Erholen kann und wir schmeißen unsere Pläne um. Dazu haben wir ja die Zeit. Aber sie schläft (immer, wenn wir es nicht erwarten) sehr lange, so lange, dass wir endlich festlegen, welche Inseln wir in Hawaii besuchen wollen und buchen sogar Flüge und Unterkünfte. Sie wird gegen 12 Uhr wach, das wars dann mit dem Kaffee…stattdessen fahren wir zu den Brophy Bros am Pier, wo echt was los ist und das Essen gut und viel.
Danach wollen wir nochmal in der Stadt bummeln, aber es stellt sich heraus, dass größere Fahrzeuge nicht im Stadtgebiet parken dürfen, das Maximum liegt bei 25ft (was ein Glück, dass wir die Sim Karte mit Internet haben) und wir haben genau 25ft. Nach langem Hin-und her parken wit in einer Seitenstraße und gehen etwas unentspannt in die schöne Einkaufsstraße. Es gibt einen super schönen Kinderladen Peanuts Maternity & Kids, wo wir Frieda eine super schicke Sonnenbrille von Babiators kaufen. Das Beste ist, wenn sie kaputt oder verloren geht, wird sie ersetzt!!! Wenigstens ist jetzt ein Kaffee noch drin, bevor wir unseren Camper bewegen und den nächsten RV Stellplatz suchen müssen.

Grundsätzlich sollte man wohl alle Campingpläze vorbuchen, auch wenn keine Ferien sind und vor allem, wenn Wochenende ist. Die State Plätze kann man online buchen, wenn man einen Account hat, spontan geht auch nichts, außet es kommt jemand nicht. Aber 48Std vor Anreise kann sowieso nichts mehr vorab reserviert werden. First come, first serve hießt es dann.

Auf dem State Platz Gaviota ist was frei, kein Wunder, die Bewertungen sind schlecht, es ist kalt durch den Wind und die Leute, die dort sind, sind auch komisch. Zum Übernachten geht’s aber. Frieda ist lustig drauf und macht Quatsch, wir sind inundated mobilen Home ganz gut aufgehoben.

Am nächsten Morgen steuern wir San Luis Obispo an, mit Zwischenstopp in Pismo Beach, wo eine Parade ist. Wir wollen zuschauen, bis wir einen Parkplatz haben, ist sie vorbei und wir frühstücken einfach so. Es ist fast unmöglich ein schönes Café am Strand zu finden, sie sind meistens in den Shoppingcenter oder Straßen weg vom Strand. Auf jeden Fall haben wir in Pismo einen Hunde Halloween Contest gesehen 🙂 die sind echt verrückt hier!

San Luis Obispo ist ganz schön, nicht so aufgestyled wie Santa Barbara. Hier bekommt Frieda ein unzerstörbares Buch zum einschlafen, wir testen es mal. In Morro Bay im State Park ist mal wieder nichts frei, der wäre wirklich, schön gewesen, stattdessen gehen wir auf einen Riesen RV Platz, wo man sich verirren könnte. In dem Örtchen selbst ist noch Markt und wir Taccos essen und dann noch Shawarma, ganz im Berlin Style. Zu den Taccos: die sind richtig gut und Original wie in Mexiko, natürlich auch von Mexikanern zubereitet und auch auf spanisch zu bestellen. Es gibt sie überall und anscheinend gehören sie dazu. Wir hören auch generell so viel Spanisch, das ist echt erstaunlich. Am schönsten ist es, wenn sie denken, dass wir sie nicht verstehen 😉

In Morro Bay müssen wir ins Inland abbiegen, weil der Highway auf dem Weg nach Big Sur mittendrin gesperrt ist. Das ist das nächste Hindernis und nervt ein wenig. Die schönste Strecke des Highway #1 verpassen wir, weil die Straße wegen des Schlammrutschs (vor ein Paar Monaten ) geräumten werden muss. Wir haben uns das anders vorgestellt und fahren so durchs Inland, was nicht besonders spektakulär ist.

Wir kommen nach ein paar Stunden in Monterey an und fahren den 17miles drive mit dem berühmten Pebble Beach, wo die Welt Golf spielt. Der Drive kostet zwar nur 10,75$ Eintritt, uns wirft er aber auch nicht um. Camel-by-the-sea, wo Clint Eastwood mal Bürgermeister war, ist wirklich süß und sehr idyllisch, allerdings so richtig touristisch. Wir fahren weiter nach Big Sur, wo zum Glück noch ein Stellplatz frei war. Leider gibt es auf dem Weg dahin keinen Empfang und wir irren in der Dämmerung herum um die Campingplatz zu finden, der auch bald schließt. In letzter Minute checken wir ein und schlafen direkt neben Reedwoods im Wald UND neben dem Highway… diesmal ist er etwas weiter weg, aber immer noch hörbar. Wir treffen am nächsten morgen ein schwäbisches Paar, denen wir unsere Sachen machen wollen, die wir nicht mehr brauchen. Sie sind leider auch auf dem Weg nach San Francisco und brauchen nichts. Nach ihren Aussagen aber konnten sie durch den Sequoia Nationalpark fahren, der sie aber enttäuscht hat und waren ohne LKW Führerschein in Nevada mit dem Camper, was uns ausdrücklich untersagt wurde, weshalb wir nicht zum Grand Canyon gefahren sind. Aber sie sagen auch, dass es nachts unter Null Grad war und so kalt, dass sie nicht schlafen konnten… das wäre nichts für uns gewesen.

Wir fahren weiter uns schauen uns einen 1100 Jahre alten Redwood Baum an, Frieda verschläft es mal wieder. Es ist schon beeindruckend, dass sie so hoch und alt werden! Vor allem schade zu hören, dass sie z.B. im Sequoia Nationalpark verbrennen bei Waldbränden.

Weiter geht’s nach Santa Cruz, der Surf Town direkt bei San Francisco. Heute ist nichts los am Broadwalk, trotzdem ist es schön anzuschauen und irgendwie cool, der Broadwalk mit den alten Fahrgeschäften am Strand. Mit einem tollen Sonnenuntergang verlassen wir den Stadtkern und übernachten ein letztes Mal im Camper im New Brighton Beach Park. Am nächsten Morgen geht’s an den Strand spielen und den Camper zur Rückgabe bereit machen. Im Verve Coffee gibts noch meeega leckeren Kaffee und Monkey Bread (Reste vom Croissant zu einem eigenen Teilchen verarbeitet, Hammer!)

 

Die Camper Rückgabe geht schnell und wir sind nachmittags schon in Millbrae im Airbnb, damit wir am nächsten Morgen ohne große Anreise zum Flughafen kommen. Endlich wieder in einem echten Bett schlafen war gut, wenn auch die indischen Nachbarn nachts um 3 duschen mussten… aber was soll, jetzt geht’s weiter nach Hawaii!