Big Island

Auf Hawaii, der größten Insel, die täglich wächst, weil der aktive Vulkan immer weiter spuckt, haben wir 4 Tage auf der Ostseite nahe Hilo verbracht und 3 Tage in Kona. Da die Insel im Vergleich zu den anderen, die wir besucht haben, viel größer ist, können wir es nur empfehlen, die Zeit zu teilen. Wie schon gesagt bestimmt oft der erste Eindruck die restliche Zeit. Dieses Mal sind wir auf dem sehr kleinen Flughafen in Hilo gelandet, wo wir unseren Mietwagen am Meeting Point abholen bzw. hinkommen sollen. Leider finden wir diesen nicht, erreichen auch nicht die angegebene Nummer und erst die dritte Frau, die wir bei den Vermietern fragen, erkennt die Telefonnummer und schickt uns zu Alamo.
Bis dahin waren schon alle anderen, die mit uns gelandet sind, versorgt und wir dachten schon, dass wir keine Chance mehr auf ein größeres Auto bekommen, denn Philipp hat das kleinste gebucht, einen Spark! Da muss er sich normalerweise hineinfalten… auf jeden Fall führen wir das übliche Gespräch mit: ein Auto mit 4 Türen und etwas Platz wäre gut, weil Baby und so weiter…. da kommen wir auf den Parkplatz und der Schlüssel öffnet dieses Monster!!!

Wir fahren nach Hilo, dass weniger spektakulär ist, auch der überall angepriesene Farmers Market, der zufällig stattfindet als wir ankommen, haut uns weniger um. Es gibt ein paar nette Cafés, wo wir uns stärken, bevor wir die Rainbow Falls besuchen. Nachdem wir auf Maui endlich einen Regenbogen gefunden haben, den man ja eigentlich andauernd sehen soll (und häufig in der Sonne standen und es genieselt hat, aber weit und breit kein Regenbogen zu sehen war) wollten wir natürlich einen sehen, den es an diesem Wasserfall immer geben soll. Zunächst hatte er sich etwas versteckt, aber dann haben wir ihn gefunden. Je nachdem wie die Sonne steht, ist er schwer zu sehen.

Unser airbnb ist dieses Mal eine Farm. Sie wirkte ziemlich Öko, das Zimmer sah aber auf den Fotos supercool aus und Lisa, die Vermieterin war bereits per Mail sehr nett. Und so war es auch! Ein wirklich schön eingerichtetes Studio umringt von grünen Pflanzen, Hühnern und in der Nacht ein Konzert hunderter Fröschen.

Gleich bei unserer Ankunft treffen wir unsere Nachbarn, die ebenfalls eine Doona Babyschale haben. Wir sind sofort im Gespräch und es stellt sich heraus, dass Heidi, Scott und Baby Stella (genauso alt wie unsere Keiki) aus den USA auch auf Weltreise sind!
Wir verabreden uns für den nächsten Morgen zum Spielen. Die Mädels klauen sich gegenseitig Spielzeug, das scheint unabhängig der Nationalität zu sein und wir tauschen uns über alles mögliche aus, was einen auf einer großen Reise bewegt.

Dann treffen wir uns nachmittags im Volcano Nationalpark, um den Sonnenuntergang und den Vulkan im Dunklen zu sehen. Wir machen einen Trail durch eine Lava Tube, was wirklich faszinierend ist. In den Tubes fließen bei aktiven Vulkanen die unterirdischen Lavaströme und hinterlassen später leere Tunnel groß genug um Mit dem Auto durchzufahren. Obwohl ganz in der Nähe der Vulkan spuckt spazieren wir entspannt durch unsere Tube. Ein weiterer Trail führt durch einen erloschenen Krater, wo es noch etwas dampft, man aber trotzdem durchlaufen kann. Leider ist es dafür schon zu dunkel und wir fahren zum Aussichtspunkt des aktiven Vulkankraters. Bei Instagram haben wir ein Foto gesehen, dass eine Familie ganz nah am Vulkan zeigt, das wollen wir auch unbedingt sehen!Als wir dort ankommen, sehen wir ziemlich weit entfernt,wie die Lava ab und zu in die Höhe spritzt, wie ein kleiner Springbrunnen. Zwischen uns und der Lava liegen ein paar hundert Meter und unsere Handybilder sind echt armselig…es stellt sich heraus, dass das Foto der anderen Familie mit einer speziellen Linse gemacht wurde, man könnte auch sagen ein Fake!

Wir wollen näher an die Lava ran! Also starten wir mit unseren Nachbarn eine weitere Excursion: zum Sonnenuntergang in die Lava Felder. Dieses Mal leihen wir uns Fahrräder aus, es gibt auch einen Anhänger wo die Doona perfekt reinpasst (in Deutschland würde maximal ein Hund in diesen Anhängern fahren, unser Thule ist echter Luxus dagegen!) und los geht’s. Wir radeln ca. 40min durch schwarze Lava Felder (sieht aus wie frisch geschlagene Sahne) in den Sonnenuntergang, Wahnsinn! Dann kraxeln wir noch weitere 20min über die Lava. Oft werden wir komisch angeschaut, wenn wir die kleine Königin einfach mitnehmen, hier scheint es ganz selbstverständlich zu sein, das Baby in der Trage über echt holprige und spitze Lava zu tragen. Wir erreichen den aktiven Lava Fluss, der glühend heiß direkt vor uns aus dem Boden kommt. Man kann so nah ran wie man möchte ran, es ist meeeega heiß und genauso haben wir es uns vorgestellt! Hammer!!!

Wir stärken uns noch mit Peanutbutter and Jelly von unseren amerikanischen Freunden und wandern zurück. Auf Big Island gibt es keine Straßenbeleuchtung (dark night policy), daher ist es wirklich pitch dark und die Sterne am Himmel sind zum Greifen nah. Ohne unsere Taschenlampen und das Seil, dass zurück führt zu den Fahrrädern, wären wir komplett aufgeschmissen. Wir waren nämlich die letzten, weil wir mit der Raubtierfütterung immer etwas länger brauchen. Wir erreichen die Räder und radeln durch die dunkle Nacht zurück, was die kleine Königin schon längst nicht mehr mitbekommt und selig in der Trage, im Anhänger und im Auto schläft. Was ein Abend!

In Kona besuchen wir eine Kaffee Farm und lernen als exzessive Kaffeegenießer endlich mal mehr darüber! Die Stadt selbst hat es uns nicht so angetan, aber wir verbringen sowieso lieber Zeit an einem der wunderbaren Strände. Am letzten Tag führt uns unsere Airbnb Host Anya mit ihren beiden Töchtern, die Frieda natürlich ganz super findet, zum Babystrand.

Der ist wirklich perfekt für Keikis, ganz flach mit Schatten und Duschen. Ein echter Geheimtipp und auch recht schwer zu finden… ein schöner Abschluss für Hawaii, bevor es weitergeht nach Neuseeland.